Wirtschaftliche Flaute – wie erwartet

So, jetzt ist es auch offiziell so weit – der wirtschaftliche Niedergang durch Covid-19 hat uns, wie schon abzusehen war, getroffen. Und wird wohl auch noch anhalten, denn die Pandemie scheint noch lange nicht vorbei. Zumal es für den Freiberufler alles mit Verzögerung passiert. Aber keine Sorgen, ich will nicht klagen. Oder gar im Spenden bitten … denn dümpeln ist eben noch nicht sinken.

Nur vorweg eine Erklärung: Prinzipiell bekomme ich dreimal im Jahr „Gehalt“. Besser gesagt habe ich drei Fixtermine, an denen Geld eintrudeln soll. Einmal Ende Februar, dann Mitte Juli, dann wieder im August. Die erste und dritte Terminsache sind Verlagszahlungen, die mittlere das willkommene Taschengeld von der VG Wort. Alle sind variabel in ihrer Höhe. Und alle sind nachschüssig, berechnen sich also aus den Verkäufen des jeweils verflossen Halbjahres, oder aus den anderweitigen Nutzungen des Jahres davor. Das bedeutet, dass sich die jetzt seit einem Jahr haltende Covid-19-Krise erst mit Verspätung auswirken kann … im ersten Halbjahr 2020 etwa haben Optimisten noch Reiseführer gekauft, im zweiten Halbjahr haben dann die Buchhandlungen ihre Überbestände zurückgeschickt. Und von den Bibliotheksausleihen und Fotokopien, die bei der VG Wort honoriert werden, darf man sich in Zeiten des Lockdown auch nicht wirklich viel Bares erwarten.

Meine persönliche Bilanz? 2020 war ein schlechtes Jahr in Sachen „eingehende Zahlungen“, 2021 wird kaum besser. Im Gegenteil, in diesem Abrechnungsmodus wird 2021 effektiv besch…eiden. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, geht es dann bei einer Schwächung der Pandemie 2022 besser aus. Zumal ich ja mit Irland, der Isle of Man und Südengland nicht unbedingt die Exotenziele bediene.

Muss ich nun am Bettelstab herumziehen? Zum Glück nicht, denn Herself ist noch immer in Lohn und Brot als „essential worker„, wir kommen mit einem Einkommen über die Runden. Leben ohnehin eher sparsam und frugal, ohne darunter zu leiden oder uns wirklich einzuschränken. Und unsere Extravaganzen, also Reisen in alle Welt, sind ja momentan (oder länger) gar nicht auf dem Programm. Das Haus ist abbezahlt, das Auto noch in Garantie, die laufenden Kosten gedeckt, und der Sparstrumpf ist auch angemessen gefüllt. Klingt furchtbar bürgerlich, ich weiß, ist aber ein sehr beruhigender Status. Einzige aktuelle Großausgaben sind einige notwendig gewordene Dentalarbeiten. Und die Einkommenssteuer … die ich aber mit einer in weiser Voraussicht nicht gedrosselten Vorauszahlung zu 100% auffangen kann, auch noch für das jetzt laufende Steuerjahr.

Mein Fazit des ganzen Themas? Covid-19 war die am wenigsten erwartete Art, auf die es uns wirtschaftlich erwischen konnte … aber auf Katastrophen waren, sind wir ohnehin etwas vorbereitet. Gut, wenn morgen die Zombiehorden kommen, oder Kim die Raketen losschickt, dann hilft alles nichts. Aber im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir schon immer Vorsorge betrieben, vom Notfallvorrat gegen das Einschneien über diverse Backup-Systeme im Alltag (Notstrom, stromfreie Heiz- und Kochmöglichkeit) bis eben hin zum Sparstrumpf. Kann man das zur rechten Zeit schaffen, dann hat man in der Not einen etwas besseren Schlaf, zumindest eine Zeit lang.

Und unsere Zeit läuft noch lange nicht ab. Weswegen der jetzt deutliche Einkommensverlust zwar spürbar ist, aber nicht wirklich an den Nerven zehrt.

Denn eines ist auch sicher: Wenn man sich Maslows Pyramide der Bedürfnisse ansieht, und dann feststellen muss, dass schon die zweitniedrigste Stufe am Bröckeln ist … wenn man also die elementaren Sicherheitsbedürfnisse, darunter auch die materielle Grundsicherung und die Wohnung schwinden sieht … dann hilft es auch nicht, auf den Sonnenuntergang oder den Regenbogen zu schauen und mit einem „Hach, aber immerhin leben wir in Irland!“ oder „Wir haben ja noch uns!“ sich alles schön zu reden.

Es hilft aber andererseits auch nicht, sich die Pandemie als reine Illusion und Teil der Weltverschwörung erklären zu wollen. Ist genauso idiotisch.