Von den unvermeidlichen Dingen des Lebens

Zwei Dinge, so sagt der Volksmund, sind im Leben unvermeidlich – der Tod, und Steuern. Und in Zeiten der wirtschaftlichen Flaute schiebt man letztere ja gerne etwas heraus. In Irland hat der Selbständige bis zum November des Folgejahres Schonfrist. Dennoch schritt ich heute zu Tat, gab (elektronisch) meine Einkommensteuererklärung ab. War ’ne Nullnummer.

Wirklich gezahlt habe ich nämlich nichts. Zumindest nicht reell – und das geht so:

Die irischen Behörden verlangen bei der Abgabe der Steuererklärung nicht nur die Begleichung aller Schulden, sondern auch gleich noch eine „Kaution“ für das laufende Jahr. In Hinblick auf die dann im Folgejahr zu leistenden Zahlungen muss man seinen eigenen Verdienst grob einschätzen und dann eine Vorsteuer hinterlegen, die später auf die wirklich fälligen Steuern angerechnet wird. Wobei Vater Staat und Mutter Hibernia da eine kleine Klausel eingebaut haben: Man kann für das Folgejahr nicht weniger Vorsteuer veranschlagen, als im laufenden Jahr Steuern fällig wurden. Mehr gerne, ist ja ein kostenloser Kredit.

Nun ja, ich lebe jetzt von der Substanz … sprich die fällige Vorsteuer wäre etwa die Hälfte von dem, was ich an einer Rückzahlung der überzahlten Vorsteuer für 2020 geltend machen könnte. Weil schon die jetzt fällige Einkommensteuer, der man seit Einführung der Pflichtabgaben für Sozialleistungen eigentlich nie entkommen kann (und das ist gut so, denke ich), recht niedrig war. Was also mache ich? Die ohnehin schon gezahlte Vorsteuer mit der fälligen Einkommensteuer verrechnen lassen, aber als neue Vorsteuer exakt den Betrag angeben, der mir jetzt als Erstattung der Überzahlung zustehen würde. Also … Steuer gezahlt, ohne wirklich die Barschaft anzuknabbern.

Schätzungsweise werde ich aber nächstes Jahr etwas mehr Vorsteuer hinterlegen müssen. Denn auch wenn 2021 noch ein Hungerjahr werden sollte, 2022 wird es wohl (hoffentlich) bergauf gehen. Und dann will man sich ja die gute Laune nicht unbedingt vom Steuereintreiber verderben lassen!