Pfingstwochenende auch mal in Irland

Normalerweise ist es ja so, dass man allen Leuten „daheim“ erklären muss, dass wir hier keinen Pfingstmontag feiern (und Vatertag sowieso nicht), aber stattdessen den ersten Montag im Juni frei haben. Welch Glückes Geschick, beides trat zusammen ein … und dann noch Kaiserwetter. In Zeiten von Covid-19 ein Anlass zum Refugium im Garten, wo ich dann auch hart an meiner Rolle als Schmuckeremit arbeitete. Und an einigen kleinen Verbesserungen.

Wobei, erst einmal kommt die Planungsphase … ja, das Nachdenken im Sonnenstuhl kann man so nennen, manchmal bezeichne ich es gar als „Arbeit“ (das Notizbuch liegt auch immer griffbereit und wird fleißig gefüllt, im Freien sind wir halt ganz analog).

Dichter an den Denker ... ein Garten-Selfie.

Einen Teil der gedanklichen Arbeit wird man irgendwann mal lesen dürfen (die Deadlines haben sich verschoben, weil Recherchen praktisch kaum möglich sind), einen anderen Teil schliff ich nach einiger Säge- und Schraubarbeit frisch aus der Werkstatt direkt an unsere behelfsmäßige „Terrasse“ mitten im großen Hinterhof. Irgendwie fehlte in unserem kleinen Kuriositäteneckchen noch ein Tisch, man will den Kaffeebecher bei diversen herumstreunenden Vierbeinern ja nicht immer auf den Boden stellen. Im Handel? Ach, vergesst es – teuer, oder hässlich, oder beides, oder nur im Set mit irgendwelchen Stühlen zu bekommen.

Also entsann ich mich des Schrankoberteils, das ich mal beim Nachbarn einsackte … und mit Hilfe eines noch eingelagerten Kantholzes sowie den immer paraten Spax wurde ein stabiler, rustikaler Tisch draus. Für den Kaffee. Und, wie der residierende Wildkater gleich bewies, noch in guter Sprunghöhe. So waren dann alle zufrieden.

Solides Handwerk, leicht rustikal.

Sieht so richtig spießbürgerlich aus, gell? Ist aber für uns kein Problem, denn die Weltrevolution findet ohnehin nicht in unserem Hinterhof statt. Da ist mehr die Rückzugszone der kampfbereiten Massen, um neue Kräfte für den antiimperialistischen Kampf zu sammeln. Oder so. Vielleicht hätten wir doch nicht auf Amazon Prime „Candle in the Tomb non-stop sehen sollen, die Mitte der 1960er in China spielende Abenteuerserie prägt die Ausdrucksweise.

Wie auch immer … da es zu Pfingsten auch saugutes Wetter gab, wurde der Grill angefeuert … und ich stellte schnell fest, dass der polnische Schweinebauch (irische Sau, polnischer Metzger, eher ungarische Marinade) angenehm nicht-fettfrei war, aber dadurch auch das Feuer etwas lustiger werden ließ. Macht nix, ich mag es etwas scharf angegrillt … und mit dem Deckel drauf wurde es auch sehr gut. Sowohl das deutsche wie das russische Bier harmonierten hervorragend!

Fette Flammen vom Polen!

So ging denn also das lange Wochenende herum … und bis auf den immer noch festsitzenden Husten dachte man gar nicht an Coronavirus, ließ Trump einfach einen schlechten Mann sein, und fragte sich, was man eigentlich im Rahmen der derzeitigen Einschränkungen wirklich versäumt. Gut, im Mietblock mitten in der trostlosen Vorstadt möchte ich auch nicht gerade gefangen sein. Gebe ich zu.

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