Normal, wenn man weit unter der Norm liegt?

Kaum hatte ich etwas zum Kampf gegen den Alkoholkonsum der Iren geschrieben, schneite mir eine Statistik ins Haus. Da musste ich erstmal einen Schnaps trinken! Denn was der gemeine Ire so im Durchschnitt wegschluckt, das geht auf keine Kuhhaut. Und das sage ich, der ich wahrlich nicht unbedingt Kostverächter bin.

Bevor der Eindruck aufkommt, ich sei jetzt ein Pionier des Heiligen Herzens oder Ritter des Vater Mathew – keineswegs, ich genehmige mir gerne ein Bier, auch mal Wein oder Cider, ab und an Hochprozentiges. Nicht regelmäßig, und eigentlich in Grenzen. Dabei hilft die Liebe zum Führerschein („Don’t Drink and Drive!“), eine gewisse DIY-Freudigkeit („Don’t Drink and Drill!“) und, der angegriffenen Gesundheit geschuldet, auch der fallweise notwendige, inkompatible Medikamentenkonsum („Don’t Mix Drink and Drugs, You Eejit!“). Dennoch würde ich unseren Haushaltsverbrauch eigentlich als „normal“ bezeichnen, Goldilocks-Genuss, nicht sich betrinkend, aber auch nicht sich selbst kasteiend.

Jetzt stelle ich fest: Laut Statistik sind wir nicht normal!

Denn: Jeder erwachsene Ire, also wirklich jeder, hat im Jahr 2020 das Äquivalent von vierzig Literflaschen Wodka runter gebechert. Oder 113 Flaschen Wein. Oder satte 436 Pints Bier. Ohauahauha! Das schaffen wir nicht. Echt nicht. Und das war im Lockdown-Jahr, wo die Instantrecyclingaktionen in Pubtoiletten oder direkt in die Gosse nicht griffen, wo man sich daheim sanft dem Koma zu soff. Die stärksten Anstiege im Verbrauch sollen übrigens Frauen gezeigt haben … da war ja auch noch Luft nach oben, schätze ich.

Wie auch immer. Und wie schon gesagt: Die Strategie der irischen Behörden, allein über den Preis und andere Restriktionen entgegen zu steuern … kann man den Hasen geben.