Ich trage Maske … freiwillig!

Heute geht es ans Eingemachte, mit Schmackes: Einmal frei von der Leber weg ein paar Gedanken zum Thema „Maske“, denn langsam platzt mir wirklich der Kragen ob der kollektiven Idiotie. Stop! Bevor Leser jetzt applaudieren, sollten Sie den gesamten Text lesen. Denn dies ist ein Plädoyer für den Gesundheitsschutz. Ein freiwilliges dazu …

Zur Rechtslage erstmal ein paar Worte: In Irland ist, Covid-19 hin oder her, derzeit kein echter Maskenzwang gegeben. Es wird „nahegelegt“ und „empfohlen“, es wird appelliert, es wird auf das Gemeinwohl verwiesen. Im Gegensatz zu vielen mitteleuropäischen Staaten können wir uns, so die Meinung der Maskengegner, also glücklich schätzen. So wie die Schweden, die in Verfolgung der (mittlerweile wohl eher als Illusion entlarvten) Herdenimmunität sehenden Auges in rekordverdächtige Todesraten abglitten. Jaja, ich weiß, alles falsche Statistiken und so weiter.

Wie auch immer: Festzuhalten bleibt, in Irland muss man nicht, aber man kann. Und dieser Mann ist Manns genug, sich als Corona-Weichei zu outen, und in Situationen ohne sinnvolles „Social Distancing“ (also etwa beim Einkauf) eine Maske zu tragen. Mancher Mensch mag jetzt einwenden, dass ich dadurch nur ästhetisch gewinnen kann. Aber darum geht es nicht. Denn die Ästhetik der Maske ist außer Frage, sie kann noch so bunt oder dezent sein, sie stört das Gesamtbild. Das will ich gar nicht anzweifeln.

Was sie nur zum Teil stört, das ist übrigens die nicht-verbale Kommunikation. Normalerweise erledigen wir die mit etwa einem Lächeln. Geht jetzt mit Maske nicht mehr. Aber wer sich etwas bemüht, kann mit Gestik und der Mimik des oberen Gesichtsbereiches schon einiges ausgleichen. Ich mache mittlerweile Augenbrauenakrobatik wie Groucho Marx (oder, wenn angebracht, wie Dwayne „The Rock“ Johnson). Es klappt. Und überhaupt: Jahrelang hat man uns doch gepredigt, dass wir das wahre Lächeln nur in den Augen finden. Stimmt auch, man kann selbst mit Maske recht gut erkennen, was andere Menschen gerade empfinden. Wenn man nur will. Und etwas genauer hinsieht.

Und die Sache mit „frei atmen“ und „Atem ist Leben“ … ja, klingt alles toll holistisch und so. Aber es kann mir doch keine/r erzählen, dass er/sie seine Atemübungen an der Supermarktkasse macht, wo der Geruch des Hendlstandes vorbeizieht. Oder im Bus, wo der Körper- und Mundgeruch der Mitfahrenden eher die Duftnote angibt. Und das sind nunmal die Orte, an denen man vor allem Maske tragen soll. Nicht irgendwo auf dem Deich im frischen Wind.

Und wieso eigentlich bestreiten angeblich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte stehende Menschen, dass die Maske Coronaviren (die auf eine Trägerflüssigkeit angewiesen sind, also auf Tröpfchen) überhaupt aufhalten könne – behaupten aber im selben Atemzug, dass kein Sauerstoff durchkommt? Tun so, als ob für sie neun Minuten Maske dasselbe seien wie für George Floyd dieselbe Zeit im Polizei-„Gewahrsam“?

Kommen wir also zum Sauerstoffmangel und zur Atemnot … und gleichmal vorweg: Ich habe Asthma, beginnendes COPD, und eine Höllenangst vor dem Ersticken (spätestens seit dem Moment, in dem mich ein idiotischer Mitschüler mal zum Spaß strangulierte). Aber, um das schnell zu relativieren, ich habe nie echte Probleme mit einer ABC-Schutzmaske gehabt, auch nicht mit einem Tauchgerät. Bei beiden kann sich das Gefühl „Ich kann nicht atmen!“ einstellen, das aber selbst ich schnell in den Griff bekomme. Mit Konzentration und, ja, klingt absurd, ruhigem Durchatmen. Fast jede durch die heute üblichen Masken hervorgerufene „Atemnot“ ist ein psychologisches Problem. Andersrum gesagt: Es gibt einige wenige Menschen, die keine Maske tragen sollten … diese aber sollten in der Regel auch nicht etwa durch den Lidl geistern. Die Legende vom „Sauerstoffmangel“ kann man übrigens schnell entkräften … bei Tests wurde selbst unter Verwendung mehrerer Masken (bei medizinischem Personal teilweise angezeigt) eine Sauerstoffsättigung im arteriellen Blut von 99% durch ein Pulsoxymeter festgestellt. Bessere Werte kann man nicht haben, und bis 90% gilt bei gesunden Menschen noch als normal. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass alle diese Werte festlegenden, Untersuchungen durchführenden Mediziner, und natürlich auch alle Hersteller von Pulsoxymetern, ein Teil der Weltverschwörung sind.

Denn, und das predigen mittlerweile nicht nur Irrlichter wie Attila, Ken und Xavier, das alles ist nur eine gigantische Verschwörung … Coronaviren sind auch nur normaler Schnupfen, und in Wirklichkeit geht es um die Durchsetzung der NWO. Diese „Neue Weltordnung“ wird von Bill Gates, den Reptilienmenschen in Machtpositionen, internationalen Pädophilengemeinschaften, und natürlich den Juden angestrebt. Was wäre eine Verschwörungstheorie ohne die Weisen von Zion? Nichts gegen Verschwörungstheorien … ich habe mich lange mit ihnen beschäftigt, halte einige sogar für interessant und (mit etwas gutem Willen) nachvollziehbar. Aber da reden wir von Leuten mit dem Kaliber von Jim Garrison. Heute meint man, diese gigantischen Verschwörungen seien so klug inszeniert und versteckt, dass ausgerechnet ein hergelaufener Burgerbrater mit einem YouTube-Abo sie durchschauen kann. Merkste selber, Alter?

Aber, wie gesagt, selbst das Bildungsbürgertum im Elfenbeinturm der etablierten, bequemen Mittelschicht stößt jetzt in dasselbe Horn. Bezeichnet die Schutzmaske als Maulkorb, mit dem die Meinungsfreiheit, ja sogar das Denken abgeschafft werden sollen. Zieht von der Maske den schnurgeraden Weg zum Judenstern und dann zum Holocaust. Von Corona-App und 5G will ich gar nicht erst anfangen, denn dann wird es noch gruseliger (und ja, ich habe die irische Corona-App auf meinem Smartphone … die sammelt weniger als das, was etwa Facebook und Google schnell nebenher einsacken).

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mich zum freiwilligen Tragen der Maske entschlossen, wenn ich in der Menschenmenge untertauche.

Die Logik dahinter ist einfach: Mich selber schütze ich nicht wirklich dadurch, die Verringerung der Infektionsgefahr durch die meisten Masken ist relativ niedrig. Da ich aber gleich zu mehreren Risikogruppen gehöre, ist selbst eine solch geringe Beeinflussung ein Positivum – auf unserem „Schleichweg“ zur Hauptstraße kommt mir an hundert Tagen auch nur einmal jemand entgegen, trotzdem verringe ich das einprozentige Kollisionsrisiko durch eine angepasste Fahrweise. Erlaubt sind 80 km/h, gewiss, alles über 30 km/h ist aber in meinen Augen suizidär.

Der echte Wirkungsgrad der Maske entfaltet sich dagegen erst anderen Menschen gegenüber: Als Infizierter kann ich Tage, ja Wochen, ohne Wissen den Coronavirus verbreiten … und mit der Maske halte ich eben meine den Virus forttragenden Körperflüssigkeiten im Zaum. Und damit eine potentielle Infektion von meinen Mitmenschen fern. Würden das alle tun, wären wir wesentlich sicherer.

So ist denn meine Maske nicht als Signal der (auf mich selbst bezogenen) Furcht zu sehen, sondern als Indikator einer Schutzhaltung meinen Mitmenschen gegenüber. Dass einige von denen das nicht begreifen (wollen), ich nehme es achselzuckend hin. Denn „überlegen“ fühle ich mich ihnen nicht, ich halte sie nur für allzu sorglose (teilweise auch schlicht antisoziale) Zeitgenossen.

Und wenn in einigen Monaten oder Jahren rauskommt, dass die Maske doch nicht wirklich einen Unterschied machte? Ach Gottchen, dann hätte ich ein paar Pfennigbeträge investiert – die ich durch schnelleres, wesentlich weniger lustbetontes Einkaufen locker wieder drin hatte. Und ich habe, welch schlimme Sache, ein paarmal die Maskennebenwirkung in Kauf genommen, dass meine Brille beschlug (was man minimieren kann). Mit all dem kann ich leben. Mit Covid-19 weniger …

Übrigens, Danke der Nachfrage: Eine Einschränkung meines intellektuellen Horizontes habe ich auch nach freiwilliger Maskenadaption nicht feststellen können, und auch meine Meinungsfreiheit ist keinen merkbaren Einschränkungen unterworfen. Und selbst das Herdenverhalten der Sheeple, das ja den Maskenträgern von den Masken-„Kritikern“ nachgesagt wird, konnte ich noch nicht diagnostizieren. Im Gegenteil, mein Individualismus (um es mal neutral auszudrücken) nimmt weiter zu.

Könnte natürlich auch an dem Chip liegen, den mir die Schergen beim angeblichen „Covid-19-Test“ heimlich eingepflanzt haben … um noch so eine abstruse Idee einzuflechten.

TL;DR – Wer nachdenkt, trägt Maske.

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