Heilige Corona, hilf!

Es mag ja schon etwas makaber sein, aber heute ist der Festtag der Heiligen Corona. Und ausgerechnet an dem Tag war ich in Sachen Covid-19 unterwegs. Nicht unbedingt freiwillig, aber ohne jeden Anflug von Wutbürgertum. Weil, besser ist das …

Zunächst einmal ein paar Worte zur Heiligen, die neben dem Namen Corona auch als „Stephana“ umherschwirrt:

Sankt Corona im Tanzfieber am Palmenstrand?

Um das Jahr 177 fiel die junge Frau den Behörden unangenehm auf – als der christliche Soldat Victor von Siena gemartert wurde, war in der Menge der Gaffer auch jene Corona, die ihn tröstete und ihm Mut zusprach. Also umgehend als des christlichen Glaubens Verdächtigte verhaftet, verhört, und dann zwischen zwei herabgebogene Palmen gebunden. Palmen wieder losgeschnitten, und prompt gab es Corona zweimal … und Geld, Fleischer und Schatzsucher hatten eine Patronin. Seuchen-Schutzheilige ist sie, entgegen viel Volksglauben, jedoch nicht wirklich.

Tja, und ich? Ich war heute zum Test … nachdem ich einige Zeit mit heftigen Beschwerden kämpfte, legte mit mein Arzt den Test auf Covid-19 nahe. Risikogruppe, einige Symptome (andere wieder nicht), sicher ist sicher. Auch wenn die Beschwerden schon im Abklingen sind, heute ging es in den Breffni-Park nach Cavan, wo eines der regionalen Testzentren eingerichtet wurde. Drive Through … schmaler Ersatz für den immer noch geschlossenen McDonalds, aber sehr effektiv.

Covid-19 Testzentrum

Rein und raus in einer Viertelstunde oder weniger, und nicht so schlimm. Nun, mit Ausnahme des Moments, in dem der Tester meinen Gaumen mit dem Test-Stick kitzelte, eingeführt über das rechte Nasenloch. Ich habe mir sein Gesicht gemerkt! (Ob ich mit der Beschreibung „Brille, Schutzbrille, Mundschutz, Plastikvisier, Schutzanzug, mittlere Größe“ wirklich weiterkomme?) Danach ab in die Selbstisolation, auf dem Land eher kein Problem. Heißt es in der Stadt „in den eigenen vier Wänden“, kann ich eben „auf dem eigenen Hektar“ kontern. Auch das ein Grund, warum es sich am Ende der Welt gar nicht mal so schlecht lebt.

Aber … wenn ich jetzt in dieser Selbstisolation bin, was wird aus meinen Grundrechten? Und wurde mir beim Test nicht doch heimlich ein Chip eingepflanzt, von Bill Gates geliefert? Und warum werden erstickende Menschen blau und Windows stirbt mit einem Bluescreen? Denkt mal nach, Schlafschafe!

Ehrlich gesagt, bei aller Sorge um die Demokratie, die Anti-Covid-19-Maßnahmen haben meine weitestgehende Zustimmung. Und verdienen sie auch, denn mein Grundrecht etwa auf den Amarettobecher beim Italiener nebenan beißt sich irgendwie mit dem Recht auf Leben, das fröhlich feiernde Infektionsträger den Mitmenschen streitig machen.

Und die irren Phantasien des abgehalfterten Musikers Xavier Naidoo („Fridays for Future – FFF – sechster Buchstabe im Alphabet – 666 – alles klar!“) oder des veganen Burger-Schrecks Attila Hildmann (morgen kommt die neue Weltordnung, sagt er … und das geht wahrscheinlich so subtil ab, dass außer Attila und einigen Reichswutbürgern keine Sau etwas merkt) sind doch nur die Spitze des Eisbergs, auf dem unzählige Tastaturkrieger den Kampf um ihre Interpretation der Freiheit führen … weil, ist ja nur eine kleine Grippe, und es sterben eh die Schwachen, und das abgesagte Oktoberfest ist wahrscheinlich der Sharia geschuldet. Danke, Merkel! In einer echten Demokratie, nicht dieser BRD GmbH, würde schließlich Eigennutz immer noch über Gemeinwohl gehen!

Habe ich jetzt den einen oder anderen Leser getriggert? Gut, denn die triggern mich auch immer wieder.

Nix gegen eine gute Konspirationstheorie. Zu JFK etwa habe ich auch meine ganz eigene Meinung. Aber wer angesichts medizinischer Fakten und unter Abwägung des Worst Case Scenario Covid-19 verharmlost, der hat wahrlich einen Riss in der mentalen Schutzmaske.

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