Hamstern … muss das sein?

Auf Facebook fand ich gerade einen Eintrag von vor drei Jahren und drei Monaten (um und bei) – stolz gab ich der Welt bekannt, dass ich meinen Vorrat an Modellbausätzen endlich einmal in die Schränke verfrachtet hatte. Heute stelle ich fest: Aus dem Auge, aus dem Sinn, aber sinnlos.

Was da zu sehen war/ist, sind tatsächlich nur rund 45% meines persönlichen Vorrates an Plastik-Modellbausätzen, rund einen Meter tief gestapelt. Und zu den Kits kommen noch reichlich Figuren dazu – Doctor Who in 1/48 komplett, Figuren in 28 mm aus den verschiedensten Epochen, ein erkleckliche Vorrat an Zinnfiguren in 54 mm, russische Figuren von Fantasy bis „karikierter Geschichte“ mit rund 60 mm Höhe in einer eigenen Kiste. Dazu eine große Kiste voller Kartonmodelle. Von Klemmbausteinen wollen wir gar nicht reden, anderes (wichtiges) Thema. Kurzum: Würde ich jetzt anfangen, wahrscheinlich klopfte Freund Hein an, bevor der Hamstervorrat abgebaut wäre.

Das deprimiert. Wirklich.

Nicht, weil ich tagein, tagaus dem Hobby frönen könnte. Sondern weil ich es nicht tue. Der abgebildete Vorrat wurde in den letzten mehr als 1001 Nächten und Tagen nicht einmal angerührt. Nicht einmal angesehen. Es ist totes Kapital. Und ein Monument der Ambitionen, die ich als „Modellbauer“ hege, aber nicht in die Tat umsetze.

Warum? Nun ja, da gibt es tausend Gründe, die aber letztlich alle auf einen hinauslaufen, nämlich den inneren Schweinehund. Und zwar nicht den, der mich faul sein lässt, sondern den … der wissentlich ignoriert, dass ich in den letzten zwanzig Jahren kein einziges Plastikmodell ernsthaft gebaut habe (also vollendet, ein paar liegen in angefangenem Zustand herum), der mich aber zu Neuerwerbungen verleitet. Gewiss, ich habe auch einige Kits verkauft (oder sogar verschenkt), aber der Vorrat wuchs noch weiter. Gut, zumindest 2020 habe ich noch nichts erworben, aber die Beschränkungen in Sachen Coronavirus mögen mich da vor Spontankäufen mehr bewahrt haben als mein Hirn.

Ich glaube, ich muss mich von den Vorräten trennen. Denn sie sind lange keine Vorräte mehr, sie sind effektiv eine Belastung. Das ist schon mal eine wertvolle Einsicht. Jetzt brauche ich nur einen Plan …

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