Fachwerk in Bruchköbel

Mehr Fachwerk im Bild, diesmal teilweise Details des Verfalls (und damit auch interessanterweise der Konstruktion) preisgebend, aber auch schon im Zustand „einfühlsam renoviert“. Heutige Station ist der mittelgroße Ort Bruchköbel (immerhin mehr als 20.000 Einwohner) im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Die erste nachweisbare Erwähnung von Bruchköbel stammt aus dem Jahr 1062, eine Urkunde nennt einen Ort „Kebilo“, der wohl rechtlich zum Kloster Seligenstadt gehörte und so den Herren von Rückingen unterstand. 1368 aber war Bruchköbel schon Teil der Herrschaft Hanau (die Stadt liegt etwa sechs Kilometer südlich). Im Jahr 1567 verkaufte das Kloster Seligenstadt die letzten drei Höfe aus „seinem“ Bruchköbel samt Gerichtsbarkeit an die Grafen von Hanau. Ulrich III. von Hanau hatte schon 1368 Stadtrechte samt Befestigungs- und Marktrecht an Bruchköbel verliehen, ein Privileg Kaiser Karls IV. machte dies möglich.

Kurioses am Rande – richtig mittelalterlich ist in Bruchköbel wenig, denn im Dreißigjährigen Krieg wurde Bruchköbel bis auf zwei Gebäude niedergebrannt. Das finstere Mittelalter hatten die Bewohner aber noch lange nicht hinter sich gelassen: Noch im Jahr 1689 verbrannten die rechtschaffenen Bruchköbler eine 17jährige am sogenannten Galgengarten als Hexe .

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