Die alten Rittersleut von Wien

Letzten Sommer waren wir in Wien, und die Temperaturen machten jeden Museumsbesuch zum freudigen Erlebnis … allein wegen der in den Innenräumen meist niedrigeren Temperaturen. Obwohl es manchmal gar nicht so große Unterschiede gab, in Teilen des Hofburg-Komplexes etwa versuchte selbst luftig gekleidetes Personal verzweifelt, sich mit Fächern etwas Kühlung zu verschaffen. Und nun stellen Sie sich das mal in einer Ritterrüstung vor – Gulasch im eigenen Saft.

Wie dem auch sei, in der Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums Wien musste ich einfach zuschlagen – diese reiche Sammlung an vor allem spätmittelalterlichen Rüstungen ist schlicht ein Mekka für alle jene, die sich noch ein wenig Begeisterung für die „alten Rittersleut“ erhalten haben. Gesammelt wurde seit 1436, so dass der Besucher quasi die Harnischbaukunst in höchster Vollendung studieren kann. Allerdings auch in Überhöhung, dann ein grosser Teil der Exponate sind keineswegs für den blutigen Kampf, sondern mehr zur Repräsentation oder für den Einsatz bei einem Turnier gedacht.

Übrigens: Während die europäischen Rüstungen noch, bei aller Phantasie und Ornamentik, ein realistisches Bild zeigen, sind manche ausländische Stücke zumindest früher recht abenteuerlich beschrieben und arrangiert worden.

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