Billigpanda von Brix Play

Auf der Suche nach neuen Dingen nimmt der geneigte Freund der Klemmbausteine gerne auch ein Schnäppchen mit – und wenn es „nur zum Test“ ist, wie man rationalisieren kann, wenn es eigentlich nicht ins Beuteschema passt. Ging mir so bei einer Serie von Tieren, die unter dem Label „Brix Play“ auf den britischen Inseln vertrieben wird. Und wer kann schon einem Panda widerstehen?

Vor allem zu dem Preis … bei Dealz in der Republik Irland geht so ein Set für € 1,50 über den Ladentisch. Noch billiger ist da die britische Mutter Poundland, nördlich der Grenze zahlt man gar nur £ 1. Zum Vergleich: Dieselben Sets werden, wie üblich im Plastebeutel, bei AliExpress für etwa € 1,30 inklusive Porto angeboten.

Panda von Brix Play, gekauft für wenig Geld bei Dealz.

Was bekommt man nun dafür? Laut Verpackung „80+ Teile“ (was wohl der Serienstandard zu sein scheint), beim genaueren Hinsehen werden daraus 135 Teile, unter denen sich noch ein kleiner Haufen Reserveteile fand. Und, letztlich, ein Modell, das einem Panda recht ähnlich sieht. Und sich ähnlich schnell bewegt. Der Aufbau ist Mini-üblich, in Schichten und mit zum Teil erst einmal abenteuerlichen Hohlräumen, am Ende aber doch solide. Nur: Die Altersangabe „6+“ erscheint mir ob einiger kniffliger Passagen etwas optimistisch, die mittlere Schwierigkeitsstufe (3/5) schon realistisch. Wobei die eigenwillige Anordnung der Bauschritte auf der sonst guten, wenn auch üblich kleinen, Bauanleitung nicht hilft – erst von links nach rechts, dann von oben nach unten, und alles auf einer Seite? Prompt hatte ich einen Bauschritt übersprungen …

Panda von Brix Play, Messer nicht im Set enthalten.

Das Endergebnis lässt sich sehen, die Steinreserve freut … aber das Messer liegt da nicht nur zum Größenvergleich. Leider. Ein kleiner Teil der Steine, vielleicht 10 %, hatten im unteren Bereich sogenannte „Fischhäute“, also nicht zum Stein gehörende, dünnwandige „Ausblühungen“. Ein Phänomen, dass im Spritzguss regelmäßig dann auftritt, wenn ausgelutschte Formen mit hohem Druck befüllt werden (Modellbauer wissen da manches Leidlied zu singen). Die meisten kann man schnell mit dem Daumennagel entfernen, aber einige hartnäckige Exemplare mussten mit dem Messer bearbeitet werden. Weil es sonst Passprobleme gab. Alles letztlich kein Beinbruch, aber unnötig, und vor allem von Kindern nicht zu leisten.

Und was macht man am Ende mit dem Panda? Naja, hinstellen und sich dran freuen, echten Spielwert hat er nicht. Zu fragil. Aber einfach mal aus Jux und Dollerei habe ich einen chinesischen Assistenten dazu gebeten. Und siehe, auch wenn die Größe vielleicht etwas übertrieben ist, man kann das Kerlchen auch durch sein kleines „Chinatown“ spazieren lassen.

Panda von Brix Play, mit freundlichem Betreuer.

Abschließend noch eine Anmerkung … BB Services bietet unter der Marke „YiRun“ einen eigentlich identischen Panda aus Mini-Steinen an. Der einzige Unterschied, den ich erkennen kann, liegt in der Grundplatte. Und natürlich im Preis, denn € 4,95 sind im Vergleich schon eine stolze Ansage. Aber: Ich kann nicht beurteilen, wie der Preis zu Stande kommt. Und ich kann auch nicht sagen, ob die Qualität der YiRun-Steine vielleicht höher ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.