Bei den Samurai von Schleswig

Irgendwann in den 1970ern schleppte mich mein Vater mit nach Kiel, er hatte kurz etwas beim Landesverband zu erledigen, danach ging es gemeinsam zum Völkerkundemuseum. Also, der Sammlung der Uni Kiel (an der es nie ein Hauptfach Völkerkunde gab), irgendwo in einem alten Gebäude, recht beengt und düster, aber für mich eine Schatzkammer – denn hier sah ich das erste Mal echte Samurairüstungen. Angeschleppt zu Kaisers Zeiten von der Kriegsmarine. Und heute weg …

Doch keine Angst, der Großteil der Sammlungen hat 1995 ein neues, besseres Zuhause gefunden, und zwar im Archäologischen Landesmuseum in Schloss Gottorf, nahe an Schleswig. Dort wirken die asiatischen Exponate zwar, wie auch die direkt benachbarte Sammlung zu den Samen, immer noch irgendwie merkwürdig, aber trotz der weitgehenden Zusammenhanglosigkeit zur Landesgeschichte sind sie immerhin wesentlich besser zu betrachten, oft von allen Seiten. Ein echter Fundus für Leute, die die Konstruktion der Rüstungen im Detail studieren wollen.

Übrigens war der Fund der Samurai von Schleswig für mich reiner Zufall, ich wusste nichts davon – aber nach der Seebestattung meiner Mutter wollten wir Vaddern eben etwas Ablenkung bieten, vor allem an Wikingerschiff und Moorleichen gedacht. Die japanischen Exponate waren dann ein Sahnehäubchen.

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