Barocke Pracht in Zwiefalten

In einem Alb-Urlaub mit den Altvorderen von Herself fragten wir nach Wünschen … und nach etwas Hin und Her kam der fromme Wunsch, doch mal das Kloster Zwiefalten zu sehen. Ich nickte: „Schöne Kirche!“ Die Antwort, dass das gesamte Ambiente des Klosters doch seinen Reiz habe, war doch mal im Fernsehen zu bestaunen, brachte mich dann doch zu einem breiten Grinsen. Und der politisch höchst unkorrekten Frage: „Ihr wisst aber schon, dass das eigentlich eine Klapse ist, oder?“

In der Tat, hier hat sich einiges geändert: 1089 gegründet, wurde das Kloster Zwiefalten schnell als Ort der Gelehrsamkeit und als Hort des wahren Glaubens bekannt – ein Abt verstarb immerhin auf dem 2. Kreuzzug. Und Mitte des 18. Jahrhunderts war die Gemeinschaft so reich geworden, dass man sich vom Landesherren loskaufen und in den Status einer Reichsabtei aufsteigen konnte.

In diese Zeit fällt auch der Neubau des Zwiefaltener Münsters. Zwischen 1741 und 1753 schuf der Baumeister Johann Michael Fischer ein Meisterwerk des Spätbarock, mit einem der größten Kirchenräume Deutschlands. Im hellen Innenraum tobten sich Johann Joseph Christian aus Riedlingen mit Figurenschmuck, Franz Josef Spiegler aus Wangen mit Deckenmalerei und Johann Michael Feuchtmayr aus Wessobrunn mit Stuckatur so richtig aus. Heute gilt die Kirche als Gesamtkunstwerk des süddeutschen Rokoko. Und, meine persönliche Empfehlung, sollte keineswegs unter dem Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen betreten werden … siehe die Bilder unten!

1802 wurde das Kloster säkularisiert, die Württemberger rissen es sich wieder unter den Nagel, und richteten hier zehn Jahre später die „Königliche Landesirrenanstalt“ ein. Die besteht heute noch am Ort, wurde aber um einiges verbessert und firmiert als „Zentrum für Psychiatrie – Münsterklinik Zwiefalten“.

Apropos bewusstseinsverändernde Drogen – direkt gegenüber des Münsters ist das Besucherzentrum des Zwiefalter Klosterbräu, der Bierhimmel. Unbedingt einen Abstecher wert!

Ein Gedanke zu „Barocke Pracht in Zwiefalten

  • 23. Mai 2020 um 12:14
    Permalink

    Hallo Bernd, um diese Kirche schön zu finden muss man dort Geboren sein. Ich mag das viele Gold nicht, finde den Sakralbau aber Grundsätzlich schön.
    Wahrscheinlich zuviel Klosterbier😀

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