Allgemeine Flaute … bis wann?

Okay, ich gebe es zu … ich klage derzeit wirklich auf hohem Niveau, unsere Existenz ist nicht unmittelbar bedroht, wir sind gesund, und igeln uns auf unserem Hektar Irland geradezu vorbildlich ein. Dennoch nagt die Frage: Wie soll es eigentlich weitergehen?

Denn, das ist klar, an Reisen mag jetzt gerade niemand denken. Und darunter leiden nicht nur die Reisebüros, sondern auch die Reiseautoren. Dazu veröffentlichte das Börsenblatt gerade einen guten Artikel, in dem auch „mein“ Verlag zu Wort kam: „Wo nicht gereist wird, braucht es keinen Reiseführer“. Und wo es keine Reiseführer braucht, da werden die Verlage, und mit ihnen auch die Autoren, dunklen Zeiten entgegensehen. Skeptische Gesichter aller Orten.

South Devon Railway, Buckfastleigh Station

Wie wirkt sich das aus? Kann man konkret nicht sagen, zumindest nicht finanziell … lösen sich morgen alle Coronaviren in Luft auf, werden übermorgen die Billigflieger wieder voll sein, werden die Reisebüros (oder Online-Anbieter) gestürmt, rennt alle Welt vom Zuhause so weit und so schnell wie möglich weg. Und grabscht sich schnell noch einen Reiseführer. Hurra! Solange nicht ein Klopapier-ähnlicher Mangelzustand herrscht, gut für die Branche.

Aber was, wenn mutierte Viren oder vergebliche Suchen nach Gegenmitteln uns noch Wochen, Monate (mehr will ich gar nicht unken) außer Atem halten? Dann geht es schneller bergab als mit einer 737 MAX unter dem Einfluss von Billigsoftware. Und der Crash wird unausweichlich … wenn selbst die Lufthansa hinter vorgehaltener Hand jetzt schon als gefährdet gilt, wenn der Staat irgendwann Dank anderer Notwendigkeiten keine Subventionen mehr leisten kann, dann wird der grimme Schnitter umgehen. Hier eine Fluglinie, da ein Hotel, dort ein Verlag (samt den von Verkäufen abhängigen Autoren).

Derzeit schreibe ich an einem Reisehandbuch für Südengland … bis vor ein paar Wochen waren die Unwägbarkeiten des Brexit mein grösstes Problem. Dessen Probleme aber, so sagte ich mir, würden in meinem Bereich wohl zum grössten Teil durch den erstarkenden Binnentourismus aufgefangen werden. Also „Business as Usual“. Heute dagegen wird jede Art von Faktenrecherche zu Öffnungszeiten und Preisen zur Farce (alles hat dicht, klar), und bei vielen Sachen von Attraktionen über Pubs bis hin zu Hotels frage ich mich, ob die Covid-19-Krise eigentlich überlebbar ist. Und wenn ja, dann wie lange?

Schreibblockade ist gar kein Ausdruck … naja, zumindest kann ich die „weichen Teile“ erstmal optimistisch weiterschreiben, Ortsbeschreibungen (genaueste Einwohnerzahlen mal unbeachtet gelassen), Landschaftstexte, Hintergrundinformationen. Und dann am Ende des Tunnels den Rest bei Licht betrachten.

Hoffe ich … auch wenn es schwer fällt, allzu viel Optimismus zu entwickeln. Also tief durchatmen (klappt noch, uff) und dem alten englischen Motto „Keep Calm and Carry On!“ folgen.

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