Leo an der Laterne

Kaum hat er die Wahl für den 8. Februar angekündigt, hängt Taoiseach Leo Varadkar schon an der Straßenlaterne. Natürlich nicht wirklich, aber die Fine-Gael-Wahlhelfer haben binnen Stunden die ersten Plakate angebracht. Mir graut vor dem Wahlkrampf.

Warum? Weil das Land der Iren nun mal irgendwie nur die Wahl des geringeren Übels hat, im bürgerlichen Lager entweder Fianna Fail oder eben wieder Fine Gael, dann die hoffnungslos von inneren Widersprüchen geplagte Sinn Fein am nationalistischen Rand, einige Splittergruppen links außen, die derzeit eher bedeutungslosen Labour und Sozialdemokraten sind auch nicht die echten Alternativen.

Bleiben die „Independents“, die angeblich Unabhängigen, die vor allem kurzsichtige Kirchturmpolitik betreiben. Ob in Kerry als Familien-Clan, oder anderswo als angebliche Volksfreunde mit sozialem Touch. Und oft mit einer Dickhäutigkeit, die Elefanten neidvoll erblassen lassen.

Was auch immer, die nächsten Wochen werden uns alle das Blaue vom Himmel versprechen, werden alle theoretisch jedes Problem lösen, werden die Populisten auf-Trump-en und die merkwürdigsten Gestalten um Stimmen werben, weil, ich gut, alle anderen böse … und da man keine Zweitstimme hat, sondern nur im Kirchspiel den Kandidaten mit den meisten Beerdigungsbesuchen krönt, wird es wahrscheinlich provinzieller denn je.

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