Die Stunde der asozialen Arschlöcher

Ja, die Überschrift ist böse, ich bin es auch … gestern Abend habe ich noch brav im Hof Beifall geklatscht (nur rund einen Kilometer weiter klatschte noch jemand), heute möchte ich einigen Leuten die Vollklatsche attestieren. Leider konnte ich es keinem dieser Vollpfosten direkt sagen, aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Ich also heute früh beim Lidl, Katzenstreu war nachgeliefert worden, und zwei zeitweise vergriffene Basiswaren (nein, weder Klopapier noch Ravioli) fand ich auch. Hurra! Kaffee nur koffeinfrei … ein Zeichen? Egal, der Blutdruck ging mir schon bei der Wahl des Einkaufswagens so hoch. Denn was sah ich?

Covid-19 ... die Asozialen an die Macht, Einweghandschuhe einfach entsorgt.

Ja, genau, welch Freude … da hatten doch zwei Spacken (oder eine/r mit extra Sicherheitsbedürfnis) die gleich vier Einweghandschuhe nicht im daneben stehenden Mülleimer entsorgt, sondern einfach mal freundlich dem nächsten Kunden zur Verfügung gestellt. Vorsichtig entnommen, ein Tempo hilft (mit dem ich auch den Griff abwische, das muss/sollte reichen).

Nach dem Einkauf dann neben meinem Auto … der kurz vorher abgefahrene Rentner meinte dann auch, dass sicher kein Mensch es verwerflich fände, werfe er seine Patschenkondome einfach auf den Parkplatz.

Covid-19 ... die Asozialen an die Macht, Einweghandschuhe einfach entsorgt.

So blicke ich dann einmal um mich, und siehe … in den Hecken hängen die Handschuhe wie früher, als Plastiktüten noch umsonst waren, die Witches‘ Knickers („Hexenunterhosen“ war der geschönte Begriff für die einfach in die Landschaft gepfefferten Leichtgewichtsbeutel).

Eine Symphonie in Klinikweiß und (blass) Hautfarben, wenn da nicht der gelegentliche blaue Farbtupfer wäre.

Covid-19 ... die Asozialen an die Macht, Einweghandschuhe einfach entsorgt.

Man sollte, sieht man solche asozialen Umweltsäue in Aktion, wirklich die Handschuhe in deren Hals stopfen … und dann mit Chlorbleiche nachgurgeln lassen. Sicher ist sicher.

Aber was rege ich mich auf … immerhin haben einige Leute ja auch Humor. Gestern sah ich Percy French, den Heimatdichter, im Covid-19-Modus. Die Statue in Ballyjamesduff wurde zeitgerecht verändert:

Ballyjamesduff kämpft gegen Covid-19 ... Percy French als Trendsetter.

Da musste ich dann doch lachen … ein paar Minuten zuvor allerdings war mir der Riva Rocci schon wieder in astronomische Höhen gestiegen. Denn an den nahem Nadreegeel Loughs traf sich die hormongesteuerte Jugend Ballyjamesduffs zu einer kleinen Corona-Party, Social Distancing von einer negativen Zungenlänge (weil möglichst im Rachen des/der Nachbar/in) inklusive, und kursierende Drinks wie in den besten Zeiten in Ischgl beim Après Ski.

Naja, ob nun Partypeople oder Umweltsäue: „Après moi le déluge!“ ist nicht nur der Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation, es ist auch das Motto der von Einsicht ungetrübten Massen. Von denen wir, so das Barometer weiter steigt, noch viel, viel mehr sehen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.